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Weltfrauentag

8. März 2020 - Katja Schuon

Anlässlich des heutigen Weltfrauentages stellen viele die Frage, ob wir heute noch Feminismus brauchen. Die Antwort bleibt - leider - seit vielen Jahren gleich. Ja, wir brauchen den Feminismus nach wie vor.

Nur weil wir seit vielen Jahren von einer Bundeskanzlerin regiert werden, ist die Gleichstellung noch immer nicht hergestellt.

Es ist doch nach wie vor so, dass lauten, vorgeblich starken Männern alles zugetraut und fast alles verziehen wird, während von Frauen erwartet wird, dass sie zurückstecken, sich anpassen und sich unterordnen. Das können wir jeden Tag beobachten, im Alltag, in der Arbeitswelt und in den Medien. Von Amerika über Großbritannien bis hin in den Kreis Unna.

Und solange das so ist, brauchen wir den Feminismus. Und wir brauchen Frauen, und natürlich auch Männer, in Führungspositionen, die sich dieser Ungleichheit bewusst sind und ihr entschlossen entgegen wirken.

Was möchte ich als Bürgermeisterin tun?

Wichtig finde ich die Erkenntnis, dass Frauen eine sehr heterogene Gruppe sind mit verschiedenen Bedürfnissen – von der familienorientierten Traditionalistin über die berufsorientierte Netzwerkerin bis hin zur überlasteten Einzelkämpferin. Daher ist auch hier eine differenzierte Betrachtung notwendig, um sachgerecht handeln zu können.

Als Bürgermeisterin würde ich in der Verwaltung insbesondere für mehr Frauen in Führungspositionen sorgen. Schon als Gleichstellungsbeauftragte habe ich gemeinsam mit meinen Gleichstellungskolleginnen erfolgreich ein Mentoring-Projekt durchgeführt. Erwiesenermaßen fördern nämlich Männer eher Männer und Frauen eher Frauen. Daher müssen Frauen in Führungspositionen und andere Schlüsselrollen gelangen, um für mehr Gleichberechtigung zu sorgen.

Oft höre ich dabei den Einwand, blind Frauen in Führungspositionen zu heben, führe dazu, dass unqualifizierte Personen wichtige Aufgaben übernehmen. Dieses Argument ist schnell entkräftet. Wenn ich eine Stelle besetze, gehe ich immer nach Qualifikation. Viel wichtiger finde ich die Frage, ob heute wirklich alle Führungspositionen mit qualifizierten Kräften besetzt sind? Der Leiter der AllBright-Stiftung antwortete diese Woche darauf: Kann nicht sein, dann wären 50 Prozent dieser Stellen mit Frauen besetzt.

Gute Bildung für die Kleinsten in Tagespflege und Kita ist ein wichtiger Faktor, um Eltern eine Berufstätigkeit zu ermöglichen. Daran arbeite ich jetzt schon als Fachbereichsleiterin beim Kreis Unna. Denn wichtig ist, dass wir Betreuung und Bildung bedarfsgerecht anbieten. Das entlastet auch die Eltern und in der Realität oft die Frauen.

Wie denken Sie über Feminismus? Wie können wir für mehr Gleichberechtigung sorgen?

Ich freue mich von Ihnen zu hören bzw. zu lesen, gerne in den Kommentaren, per Mail, bei Facebook oder Instagram.

Ihre Katja Schuon

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