Katja Schuon
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Corona

22. März 2020 - Katja Schuon

„Charakter zeigt sich in der Krise”, soll Helmut Schmidt einmal gesagt haben, und diese Erkenntnis war nie aktueller als heute. Und dabei meine ich nicht nur Politiker*innen, sondern uns alle.

Wer das Verhalten der Menschen in der Welt, in Deutschland und auch hier bei uns in Unna beobachtet, kann bestätigen: Charakter zeigt sich in der Krise.

Die einen zweifeln immer noch daran, dass es sich um eine Krise handelt. Sie erkennt man daran, dass sie nicht den notwendigen Abstand zu ihren Mitmenschen halten und unterwegs sind. Und das, obwohl alle staatlichen Stellen (z.B. das Robert Koch-Institut, das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und der Kreis Unna) dringend dazu raten, zu Hause zu bleiben, um die Infektionsrate niedrig zu halten.

Corona Regeln

Die anderen glauben anscheinend, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln zusammenbrechen könnte und „hamstern” – insbesondere Toilettenpapier und Nudeln. Wer zudem Atemmasken oder Desinfektionsmittel hortet, trägt dazu bei, dass diese für andere, wirklich Bedürftige, nicht zur Verfügung stehen.

Doch wie verhält man sich in dieser bisher noch nie da gewesenen Situation? Wie gehen wir mit der wohl „größten Herausforderung an unser solidarisches Handeln seit dem 2. Weltkrieg” (Bundeskanzlerin Angela Merkel) um?

Für mich persönlich heißt Charakter zeigen aktuell: Verantwortung übernehmen, indem ich andere und mich selbst schütze. Für mich als Jugendamtsleiterin bedeutet das: Ich schütze meine Mitarbeiter*innen und kümmere mich gemeinsam mit ihnen vorrangig darum, dass die Kinder von Menschen in wichtigen Berufen (z.B. im Krankenhaus, bei der Polizei und im Supermarkt) weiterhin in Kitas und bei Tagespflegepersonen betreut werden.

Da es mehrmals täglich neue Informationen dazu gibt, versuchen wir, die Betroffenen so schnell wie möglich zu informieren und neue Regelungen schnell und konsequent umsetzen. Den persönlichen Kontakt haben wir auf ein Minimum reduziert und halten uns in den wenigen Fällen an die Abstandsregeln. Leider gibt es aber auch Fälle, in denen meine Mitarbeiter*innen zu den Familien in Bönen, Fröndenberg/Ruhr und Holzwickede fahren müssen, nämlich dann, wenn das Kindeswohl gefährdet ist.

Ich bin dankbar, dass sie diese unverzichtbare Aufgabe wahrnehmen. Mein Dank gilt auch den anderen Berufsgruppen, die z.B. in der Pflege, in der Gesundheitsversorgung und im Bereich der Lebensmittelversorgung an vorderster Front im Einsatz sind. DANKE! Da bleibt mir nur zu hoffen, dass die Wertschätzung für diese Berufe nach der Corona-Krise nicht aufhört und sich dann auch in angemessener Bezahlung niederschlägt.

Wie denken Sie über die Corona-Krise? Was beschäftigt Sie am meisten? Ich freue mich von Ihnen zu hören bzw. zu lesen, gerne in den Kommentaren, per Mail, bei Facebook oder Instagram.

Ihre Katja Schuon

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