Katja Schuon
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Gemeinsam gestalten © Linda Peloso

Kinderbild 1 © Katja Schuon

Kindheit

Ich wurde 1974 in Bochum geboren und habe meine Kindheit als Zweitälteste von vier Geschwistern in Castrop-Rauxel verbracht. In meiner Grundschulklasse gab es Kinder, deren Eltern von Sozialhilfe lebten, Kinder mit Migrationshintergrund, sogenannte Mittelschichtkinder wie mich und Kinder reicher Eltern. Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt und war wie ich finde auch sehr bereichernd. Ich habe gelernt, wie schlecht es manchen Menschen geht und wie gut dafür anderen. Sie hat mir aber zum ersten Mal sehr deutlich eine Ungerechtigkeit vor Augen geführt: Woher jemand kommt und nicht nur was er kann, bestimmt in unserem Land über den Bildungserfolg.

Als ich 12 war, bin ich mit meiner Familie nach Schwerte gezogen. Auf dem Ruhrtalgymnasium habe ich Artikel für unsere Schülerzeitung geschrieben und bis zur Oberstufe sogar mit dem Gedanken gespielt, Journalistin zu werden. Schon während der Schulzeit habe ich begonnen, mich für andere zu einzusetzen: Ich war viele Jahre erst Klassensprecherin, dann Stufensprecherin und schließlich dann auch Schülersprecherin.


Partei

2014 habe ich mich entschieden, in die SPD einzutreten. Ich fand, dass es an der Zeit war, politisch Farbe zu bekennen. Seit 2016 engagiere ich mich im Vorstand meines Ortsvereines Unna-Oberstadt, zunächst als Schriftführerin, seit 2018 als stellvertretende Vorsitzende.

Die sozialdemokratischen Werte – allen voran Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – haben bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Wie in meinem Lebenslauf deutlich wird, hat mich der Wunsch nach Gerechtigkeit und Solidarität stark geprägt und immer wieder den Anstoß für mein ehrenamtliches Engagement gegeben.

Ob in der Schule oder später im Beruf – es war und ist mir ein Anliegen, mich für bessere Rahmenbedingungen und mehr Chancengerechtigkeit einzusetzen. Es kann doch nicht sein, dass der Bildungserfolg eines Kindes davon abhängt, welchen gesellschaftlichen Status die Eltern haben. Und es kann aus meiner Sicht auch nicht sein, dass beruflicher Erfolg vom Geschlecht abhängt.

Katja Schuon © Linda Peloso

Ausbildung und Beruf

1993 habe ich meine Schullaufbahn auf dem Ruhrtalgymnasium in Schwerte mit dem Abitur abgeschlossen. Von 1993 bis 1996 absolvierte ich erfolgreich eine duale Verwaltungsausbildung beim Kreis Unna, die ich als Diplomverwaltungswirtin abschloss. Nach meinem Ausbildungsabschluss 1996 habe ich beim Kreis Unna in verschiedenen Bereichen als Sachbearbeiterin gearbeitet.

Von 1996 bis 1998 war die Ausweisung und Abschiebung von Straftätern mein Arbeitsschwerpunkt. Anschließend war ich bis 2006 an der Nahtstelle zwischen Politik und Verwaltung im Kreistagsbüro als Schriftführerin für die Betreuung mehrerer Ausschüsse verantwortlich. Parallel hab ich von 1999 bis 2002 berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Dortmund studiert und dieses Studium sehr erfolgreich mit Diplom abgeschlossen.

Auch mein Engagement für andere habe ich neben meiner beruflichen Weiterbildung fortgesetzt: Ich bin seit fast 25 Jahren Gewerkschaftsmitglied, erst in der ÖTV, später dann in ver.di. Für meine Gewerkschaft habe ich mich erst in der Jugend- und Auszubildendenvertretung und dann im Personalrat für die Interessen meiner Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. 15 Jahre lang habe ich mich außerdem in verschiedenen gewerkschaftlichen Gremien engagiert.

So war es für mich auch ein konsequenter und spannender Schritt, mich Mitte 2006 für die Personalratsarbeit freistellen zu lassen. In dieser Zeit habe ich mich hauptberuflich um die Belange meiner Kolleginnen und Kollegen gekümmert, sie beraten und unterstützt. Ende 2007 wurde die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten intern ausgeschrieben, auf die ich mich beworben habe. Beim Vorstellungsgespräch konnte ich überzeugen und bekam die Stelle.

In Sachen Gleichstellung von Frau und Mann ist in den letzten Jahrzehnten ohne Zweifel viel passiert, aber – seien wir ehrlich – es gibt immer noch viel zu tun. Insbesondere wünsche ich mir mehr Frauen in Führungspositionen. Zwei Jahre später, Ende 2009, nahm ich das Angebot an, Referentin und Bürgerbeauftragte des Landrates zu werden.

Auch die stellvertretenden Landrätinnen und Landräte habe ich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt. Meine langjährige Erfahrung im Umgang mit der Politik kam mir hier sehr zugute. Spannend war auch der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern. Eines ist mir in dieser Zeit sehr deutlich geworden:

Auch wenn nicht alles so gelöst werden kann, wie es sich die Bürgerinnen und Bürger wünschen – es ist wichtig, die Anliegen der Menschen ernst zu nehmen und konstruktiv damit umzugehen. Ich stelle mir auch heute immer erst die Frage „Was geht?“ und nicht „Wie kann ich es verhindern?“.

Vier Jahre später, im Herbst 2014, übernahm ich die Leitung des Landratsbüros. Dort hatte ich Personalverantwortung für 10 Kolleginnen und Kollegen und konnte mein bisher theoretisches Wissen erstmalig in die Praxis umsetzen.

Seit Anfang 2019 leite ich den Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna. Schwerpunktmäßig sind meine rund 80 Kolleginnen und Kollegen und ich also das Jugendamt für Bönen, Fröndenberg/Ruhr und Holzwickede. Wir schaffen Kindergartenplätze. Wir unterstützen Familien in ihrem schwierigen Alltag.

Wir bieten Kindern und Jugendlichen Freizeitaktivitäten. Und vor allem sorgen wir gemeinsam mit unseren Netzwerken dafür, dass kein Kind zurückgelassen wird. Daneben kümmern wir uns kreisweit um das Elterngeld und sind Betreuungsstelle für 8 der 10 Kommunen im Kreis Unna.